Hardware: Drucker & Scanner

Welche Geräte für den Barcodedruck und das Scannen zur Verfügung stehen und worauf bei der Auswahl zu achten ist.

Die richtige Hardware wählen

Die Wahl der passenden Hardware hängt von den Anforderungen ab: Wie viele Etiketten werden pro Tag benötigt? Müssen die Geräte mobil einsetzbar sein? Welche Barcodetypen sollen gelesen werden?

Bei Druckern unterscheidet man grundsätzlich zwischen Desktop-Geräten für kleinere Volumina und Industriedruckern für den Dauerbetrieb. Bei Scannern ist vor allem die Frage relevant, ob nur lineare Codes oder auch 2D-Codes gelesen werden müssen.

Desktop-Etikettendrucker

Desktop-Drucker sind kompakte Geräte für den Einsatz im Büro oder an einzelnen Arbeitsplätzen. Sie eignen sich für Druckvolumina von einigen hundert bis wenigen tausend Etiketten pro Tag.

Merkmale: Geringe Stellfläche, einfache Bedienung, moderate Anschaffungskosten. Die Druckbreite liegt typischerweise bei maximal 108 mm.

Einsatzbereiche: Versandetiketten im E-Commerce, Lagerkennzeichnung in kleinen Betrieben, Praxen und Apotheken, Büroorganisation.

Einschränkungen: Nicht für Dauerbetrieb ausgelegt. Bei hohem Druckvolumen verschleißen die Komponenten schneller.

Auflösung beachten

Für kleine Barcodes oder DataMatrix-Codes empfiehlt sich ein Drucker mit mindestens 300 dpi Auflösung. Standarddrucker mit 203 dpi reichen für EAN-Codes meist aus.

Industriedrucker

Industriedrucker sind für den Dauerbetrieb in Produktion und Logistik konzipiert. Sie bewältigen hohe Druckvolumina zuverlässig und sind robuster gebaut als Desktop-Geräte.

Merkmale: Metallgehäuse, große Materialrollen (bis 200 mm Durchmesser), hohe Druckgeschwindigkeit (bis 300 mm/s), Druckbreiten bis 168 mm oder mehr.

Einsatzbereiche: Logistikzentren, Produktionslinien, Großlager, Versanddienstleister, Automobilindustrie.

Zusatzfunktionen: Viele Industriedrucker bieten integrierte Cutter, Aufwickler für bedruckte Etiketten oder Spender für die automatische Applikation.

Druckkopf-Lebensdauer

Industriedruckköpfe sind für 30-50 km Druckstrecke ausgelegt. Regelmäßige Reinigung verlängert die Lebensdauer erheblich.

Mobile Drucker

Mobile Drucker werden am Gürtel oder über der Schulter getragen und ermöglichen das Drucken direkt vor Ort – im Lager, bei der Zustellung oder in der Fertigung.

Merkmale: Akkubetrieb, kompakte Bauweise, Bluetooth- oder WLAN-Anbindung, Druckbreiten meist 50-100 mm.

Einsatzbereiche: Paketdienste, Lagermitarbeiter, Inventur, Außendienstmitarbeiter, Regalauffüllung.

Einschränkungen: Geringeres Druckvolumen pro Akkuladung, kleinere Etikettenrollen, höhere Kosten pro Etikett.

Robustheit prüfen

Für den Einsatz im Lager sollten mobile Drucker eine Schutzklasse von mindestens IP54 aufweisen und Stürze aus 1,2 m Höhe überstehen.

Barcodescanner

Scanner erfassen gedruckte Barcodes und übertragen die dekodierten Daten an ein Zielsystem. Die Wahl des Scannertyps hängt davon ab, welche Codes gelesen werden müssen und unter welchen Bedingungen.

Laser-Scanner: Klassische Technologie für lineare Barcodes (EAN, Code 128). Zuverlässig und kostengünstig, aber nicht geeignet für 2D-Codes wie QR oder DataMatrix.

Area Imager (2D-Scanner): Erfassen ein komplettes Bild und können sowohl 1D- als auch 2D-Codes lesen. Funktionieren auch bei beschädigten Codes oder Codes auf Displays.

Kabelgebunden vs. Funk: Kabelgebundene Scanner sind zuverlässig und benötigen keine Aufladung. Funkscanner (Bluetooth, WLAN) bieten mehr Bewegungsfreiheit im Lager.

Fest montierte Scanner: Für automatisierte Prozesse, etwa an Förderbändern oder Sortieranlagen.

2D-Codes im Kommen

Immer mehr Branchen setzen auf 2D-Codes (QR, DataMatrix). Bei Neuanschaffungen empfiehlt sich daher ein 2D-fähiger Scanner, auch wenn aktuell nur 1D-Codes im Einsatz sind.

Selbstdruck oder Druckservice?

Eine wichtige Grundsatzentscheidung: Sollen Etiketten im eigenen Haus gedruckt werden oder ist ein externer Druckservice die bessere Wahl? Beide Ansätze haben ihre Berechtigung.

Selbstdruck im Unternehmen

Vorteile:
  • Volle Flexibilität bei Mengen und Zeitpunkt
  • Keine Vorlaufzeiten oder Mindestmengen
  • Kurzfristige Änderungen möglich
  • Geringe Stückkosten bei hohem Volumen

Nachteile:

  • Investition in Hardware erforderlich
  • Wartung und Verbrauchsmaterial nötig
  • Know-how für Druckqualität erforderlich

Externer Druckservice

Vorteile:
  • Keine Investition in eigene Hardware
  • Professionelle Qualität garantiert
  • Zugang zu Spezialverfahren und -materialien
  • Kein Wartungsaufwand

Nachteile:

  • Mindestbestellmengen üblich
  • Lieferzeiten einplanen
  • Höhere Stückkosten bei kleinen Mengen

Praxis-Tipps für den Hardware-Kauf

Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten, um Fehlkäufe zu vermeiden.

Volumen realistisch einschätzen

Kalkulieren Sie das tatsächliche Druckvolumen über einen längeren Zeitraum. Ein überdimensionierter Drucker bindet unnötig Kapital, ein zu kleiner führt zu Verschleiß und Ausfällen.

Folgekosten berücksichtigen

Druckköpfe, Farbbänder und Etiketten machen den Großteil der laufenden Kosten aus. Prüfen Sie vor dem Kauf die Preise für Verbrauchsmaterial und Ersatzteile.

Software-Kompatibilität prüfen

Stellen Sie sicher, dass der Drucker mit Ihrer bestehenden Software (ERP, WMS, Etikettensoftware) kompatibel ist. Fragen Sie nach Treibern und Integrationsmöglichkeiten.

Testdruck anfordern

Fordern Sie vor dem Kauf Testdrucke mit Ihren konkreten Anforderungen an. Prüfen Sie Lesbarkeit, Haltbarkeit und Qualität unter realen Bedingungen.

Beispiele aus der Praxis

Wie unterschiedliche Unternehmen ihre Hardware-Ausstattung gewählt haben.

E-Commerce

Online-Shop mit 200 Paketen/Tag

Ein Desktop-Thermodrucker mit 203 dpi reicht für Versandetiketten. Dazu ein einfacher Handscanner für die Wareneingangs-Erfassung.
Desktop-DruckerThermotransferHandscanner
Produktion

Fertigung mit Chargenrückverfolgung

Industriedrucker mit 300 dpi für kleine DataMatrix-Codes auf Bauteilen. Fest montierte Scanner an der Produktionslinie für automatische Erfassung.
Industriedrucker300 dpi2D-Scanner
Logistik

Großlager mit Kommissionierung

Mobile Drucker am Gürtel der Mitarbeiter für flexible Etikettierung. Funkscanner mit langer Reichweite für schnelle Erfassung in den Gängen.
Mobile DruckerFunkscannerWLAN
Einzelhandel

Filiale mit Preisauszeichnung

Kompakter Desktop-Drucker für Preisschilder und Regaletiketten. Bluetooth-Scanner für Inventur und Wareneingang.
Desktop-DruckerThermodirektBluetooth
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