Barcodetypen im Überblick

Die vollständige Übersicht aller wichtigen Barcodetypen weltweit – von klassischen 1D-Strichcodes bis zu modernen 2D-Codes mit allen Details zu Aufbau, Anwendung und Druckanforderungen.

Warum gibt es verschiedene Barcodetypen?

Die Vielfalt an Barcodetypen hat historische und praktische Gründe. Unterschiedliche Branchen und Anwendungsbereiche haben im Laufe der Zeit eigene Standards entwickelt, die auf ihre spezifischen Anforderungen zugeschnitten sind.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen eindimensionalen (1D) und zweidimensionalen (2D) Codes. Lineare Barcodes wie der EAN-Code bestehen aus parallelen Strichen unterschiedlicher Breite. Zweidimensionale Codes wie QR-Codes oder DataMatrix speichern Informationen sowohl horizontal als auch vertikal und können dadurch deutlich mehr Daten aufnehmen.

Bei der Wahl des passenden Barcodetyps spielen mehrere Faktoren eine Rolle: die Menge der zu speichernden Daten, der verfügbare Platz, die Scan-Entfernung und natürlich die Branchenanforderungen.

1D- vs. 2D-Barcodes auf einen Blick

1D-Barcodes (linear)

• Speichern Daten in einer Dimension (Strichbreiten)
• Kapazität: 8–50 Zeichen typisch
• Gut lesbar mit einfachen Laserscannern
• Größerer Platzbedarf für gleiche Datenmenge
• Beispiele: EAN, UPC, Code 128, Code 39, ITF

2D-Barcodes (Matrix)

• Speichern Daten in zwei Dimensionen (Punkte/Module)
• Kapazität: bis zu mehreren Tausend Zeichen
• Benötigen Kamera oder 2D-Imager zum Lesen
• Kompakter bei großen Datenmengen
• Beispiele: QR-Code, DataMatrix, PDF417, Aztec

Eindimensionale Barcodes (1D)

Lineare Barcodes bestehen aus Strichen und Lücken unterschiedlicher Breite. Sie sind die klassischen Strichcodes, die seit Jahrzehnten im Einsatz sind.

EAN-Codes (European Article Number)

Die European Article Number (EAN) ist der am weitesten verbreitete Barcode im Einzelhandel. Er dient zur eindeutigen Identifikation von Produkten und wird weltweit eingesetzt. Die häufigsten Varianten sind EAN-13 (13 Ziffern) und EAN-8 (8 Ziffern für kleine Verpackungen).

Beispiel: EAN-13 Barcode – der Standard im Einzelhandel

Aufbau: Länderpräfix (2–3 Ziffern), Unternehmensnummer, Artikelnummer und Prüfziffer. Die Struktur ermöglicht eine weltweite Eindeutigkeit der Produktkennzeichnung.

Typische Einsatzbereiche: Produktverpackungen im Einzelhandel, Bücher (ISBN), Zeitschriften (ISSN), Lebensmittel, Drogerieprodukte, Elektronikartikel.

Anforderungen an den Druck: EAN-Codes müssen exakte Maße einhalten. Die Nominalbreite beträgt bei EAN-13 etwa 37,29 mm. Vergrößerungen zwischen 80 % und 200 % sind zulässig. Der Kontrast muss ausreichend hoch sein, und die Ruhezonen (Quiet Zones) links und rechts des Codes dürfen nicht bedruckt werden.

Gut zu wissen

EAN-Codes werden von der GS1-Organisation vergeben. Wer eigene Produkte mit einem EAN-Code versehen möchte, benötigt eine entsprechende Mitgliedschaft und einen zugewiesenen Nummernkreis. Die jährlichen Kosten richten sich nach Unternehmensgröße.

UPC (Universal Product Code)

Der Universal Product Code (UPC) ist das amerikanische Pendant zum EAN-Code und wurde bereits 1974 eingeführt – als erster Barcode, der an einer Kasse gescannt wurde (auf einer Packung Kaugummi!). Er besteht aus 12 Ziffern und ist der Vorgänger des heutigen EAN-Systems.

Varianten: UPC-A (12 Ziffern, Standard), UPC-E (komprimiert, 6 Ziffern für kleine Produkte). UPC und EAN sind heute kompatibel – ein UPC-A wird als EAN-13 mit führender Null gelesen.

Typische Einsatzbereiche: Konsumgüter in Nordamerika, Import/Export zwischen USA und Europa, Lebensmittel, Haushaltsprodukte.

Anforderungen an den Druck: Identisch zum EAN-Code. Mindeststrichbreite, korrekte Hellzonen und hoher Kontrast sind essenziell.

Geschichte

Der erste jemals gescannte UPC-Barcode befand sich auf einer Packung Wrigley's Juicy Fruit Kaugummi am 26. Juni 1974 in einem Supermarkt in Ohio, USA.

Code 128

Code 128 ist ein sehr effizienter linearer Barcode, der alle 128 ASCII-Zeichen darstellen kann – Zahlen, Buchstaben und Sonderzeichen. Er bietet eine hohe Datendichte und ist damit einer der platzsparendsten 1D-Codes.

Zeichensätze: Code 128 existiert in drei Subsets: Code 128A (Großbuchstaben + Steuerzeichen), Code 128B (Groß- und Kleinbuchstaben), Code 128C (nur Ziffern, paarweise codiert – besonders kompakt).

Typische Einsatzbereiche: Versandetiketten, Lagerlogistik, Stückgut-Identifikation, Seriennummern, Produktionssteuerung, interne Kennzeichnungen in Unternehmen.

Anforderungen an den Druck: Die Mindesthöhe sollte 15 % der Barcodelänge betragen, mindestens jedoch 5 mm. Bei variablen Inhalten (fortlaufende Nummern) muss die Druckqualität konstant bleiben. Ruhezonen: mindestens 10× Modulbreite.

Praxistipp

Moderne Barcode-Software wechselt automatisch zwischen den Code-128-Varianten, um die kürzestmögliche Darstellung zu erreichen. Bei rein numerischen Daten ist Code 128C bis zu 50 % platzsparender als Code 39.

Code 39 (Code 3 of 9)

Code 39 war einer der ersten alphanumerischen Barcodes und ist bis heute weit verbreitet. Er kann 43 Zeichen darstellen: Großbuchstaben A–Z, Ziffern 0–9 und sieben Sonderzeichen (- . $ / + % und Leerzeichen).

Aufbau: Jedes Zeichen besteht aus 9 Elementen (5 Striche, 4 Lücken), wobei genau 3 breit sind – daher der Name „Code 3 of 9". Start- und Stoppzeichen sind Asteriske (*).

Typische Einsatzbereiche: US-Verteidigungsministerium (MIL-STD-1189), Automobilindustrie (AIAG-Standard), Gesundheitswesen, Bibliotheken, ID-Karten.

Anforderungen an den Druck: Code 39 benötigt mehr Platz als Code 128, da jedes Zeichen einzeln kodiert wird. Empfohlenes Verhältnis von breiten zu schmalen Elementen: 3:1 oder 2,5:1.

Erweiterung: Code 39 Extended

Mit der Erweiterung „Code 39 Extended" können alle 128 ASCII-Zeichen dargestellt werden, indem Paare von Standardzeichen kombiniert werden. Dies verdoppelt allerdings die Barcode-Länge.

Code 93

Code 93 wurde als kompaktere Alternative zu Code 39 entwickelt. Er bietet den gleichen Zeichensatz, kodiert die Daten aber etwa 25 % dichter und enthält zwei Prüfzeichen für höhere Sicherheit.

Vorteile gegenüber Code 39: Höhere Datendichte, doppelte Prüfsumme, geringere Fehleranfälligkeit bei automatischer Verarbeitung.

Typische Einsatzbereiche: Logistik (Kanada Post), militärische Anwendungen, Fertigungsindustrie, überall wo Code 39 zu viel Platz benötigt.

Anforderungen an den Druck: Schmales Element: mindestens 0,19 mm. Das Breit-zu-schmal-Verhältnis ist fest auf 3:1 definiert.

Prüfsicherheit

Durch die zwei Prüfzeichen (Modulo-47) bietet Code 93 eine Erkennungsrate von Fehlern nahe 100 %. Dies macht ihn ideal für automatisierte Systeme ohne manuelle Kontrolle.

ITF (Interleaved 2 of 5)

ITF ist ein rein numerischer Barcode, bei dem jeweils zwei Ziffern ineinander verschachtelt (interleaved) werden: eine in den Strichen, eine in den Lücken. Dadurch ist er sehr platzsparend für Zahlendaten.

ITF-14: Die wichtigste Variante für Umverpackungen im Handel. Er besteht aus 14 Ziffern und wird oft mit einem Rahmen (Bearer Bars) gedruckt, der die Lesbarkeit verbessert.

Typische Einsatzbereiche: Außenverpackungen, Kartons, Paletten, Logistik-Umverpackungen im Großhandel, Warengruppen-Kennzeichnung.

Anforderungen an den Druck: Robuster als EAN, daher für Wellpappe und raue Oberflächen geeignet. Rahmen erhöht Toleranz gegenüber Druckabweichungen. Muss immer eine gerade Anzahl Ziffern haben.

Anwendungsfall

ITF-14 wird auf den Außenkartons von Produkten verwendet, während der einzelne Artikel einen EAN-13 trägt. So können Lager und Handel sowohl Einzel- als auch Großpackungen effizient verarbeiten.

Codabar (NW-7)

Codabar wurde in den 1970er Jahren entwickelt und ist einer der ältesten Barcodes. Er kann Ziffern 0–9 und sechs Sonderzeichen (- $ : / . +) darstellen. Vier verschiedene Start-/Stopp-Zeichen (A, B, C, D) ermöglichen Variationen.

Besonderheit: Einfache Druckbarkeit mit Nadeldruckern und robuste Lesbarkeit machten Codabar lange zum Standard in Blutbanken und Bibliotheken.

Typische Einsatzbereiche: Blutbankwesen (historisch), Bibliotheken (historisch), Overnight-Lieferdienste wie FedEx, Photo-Labore, ältere Archiv-Systeme.

Anforderungen an den Druck: Relativ tolerant gegenüber Druckschwankungen. Breit-zu-schmal-Verhältnis: 3:1 empfohlen.

Modernisierung

In vielen Bereichen wurde Codabar durch modernere Codes wie Code 128 oder 2D-Codes abgelöst. Blutbanken nutzen heute meist ISBT 128, einen speziellen Standard auf Basis von Code 128.

GS1-128 (ehemals EAN-128)

GS1-128 ist eine Anwendung des Code 128, die strukturierte Daten mit sogenannten Application Identifiers (AI) ermöglicht. Diese AIs definieren, welche Art von Daten folgt – z. B. GTIN, Mindesthaltbarkeitsdatum, Chargennummer oder Seriennummer.

Application Identifiers (Beispiele):

  • (01) GTIN (Produktnummer)
  • (10) Chargennummer
  • (17) Mindesthaltbarkeitsdatum
  • (21) Seriennummer
  • (37) Menge
  • Typische Einsatzbereiche: Logistiketiketten, Lebensmittel mit MHD-Kennzeichnung, Pharmazeutische Produkte, Palettenware, Rückverfolgbarkeit in der Supply Chain.

    Anforderungen an den Druck: Wie Code 128, aber oft mit Klartextzeile unter dem Barcode, die AIs in Klammern zeigt. Die Barcode-Höhe sollte mindestens 32 mm betragen.

    Vorgeschrieben

    In der Lebensmittel- und Pharmaindustrie ist GS1-128 oft vorgeschrieben, um Rückverfolgbarkeit zu gewährleisten. Die EU-Fälschungsschutzrichtlinie für Arzneimittel nutzt GS1-128 zusammen mit DataMatrix.

    GS1 DataBar (ehemals RSS)

    GS1 DataBar ist eine Familie kompakter Barcodes, die speziell für kleine Produkte und frische Lebensmittel entwickelt wurde. Sie können mehr Informationen auf kleinerem Raum unterbringen als klassische EAN-Codes.

    Varianten:

  • DataBar Omnidirectional: Klassische Form, omnidirektional lesbar
  • DataBar Stacked: Gestapelt für sehr kleine Flächen
  • DataBar Limited: Für POS-Anwendungen
  • DataBar Expanded: Kann zusätzliche Daten wie MHD, Gewicht, Charge enthalten
  • Typische Einsatzbereiche: Obst und Gemüse (lose Ware), Fleisch mit variablem Gewicht, Coupons, Rabattmarken, kleine Kosmetikprodukte.

    Anforderungen an den Druck: Sehr kompakt, aber anspruchsvoll zu drucken. Moderne Kassensysteme benötigen 2D-fähige Scanner.

    Obst-Aufkleber

    Die kleinen Aufkleber auf Äpfeln, Bananen und anderen Früchten nutzen oft GS1 DataBar, da der klassische EAN-13 dort nicht passen würde. Gleichzeitig können Gewicht und Preis direkt codiert werden.

    MSI Plessey

    MSI Plessey ist ein numerischer Barcode, der vor allem in der Supermarkt-Regalbeschriftung und für Inventurzwecke eingesetzt wurde. Er kann nur Ziffern 0–9 darstellen.

    Aufbau: Jede Ziffer wird durch 4 binäre Elemente dargestellt. Verschiedene Prüfsummen-Algorithmen sind möglich (Modulo 10, Modulo 11, oder Kombinationen davon).

    Typische Einsatzbereiche: Lagerbestandsführung, Regalbeschriftung in Supermärkten, Büchereien (historisch), Behälter-Kennzeichnung in Produktion.

    Anforderungen an den Druck: Einfach zu drucken, aber geringe Datensicherheit ohne Prüfziffer. Heute weitgehend durch modernere Codes abgelöst.

    Historischer Hintergrund

    Entwickelt von der britischen Plessey Company in den 1970er Jahren. MSI steht für „Modified Plessey", eine angepasste Version des originalen Plessey-Codes.

    Pharmacode (Laetus-Code)

    Der Pharmacode wurde speziell für die pharmazeutische Verpackungsindustrie entwickelt. Er ist binär aufgebaut und extrem tolerant gegenüber Druckfehlern – kann von links nach rechts und von rechts nach links gelesen werden.

    Besonderheit: Kann Zahlen von 3 bis 131.070 darstellen und dient primär der Verpackungskontrolle (richtige Verpackung zum richtigen Produkt), nicht der Produktidentifikation.

    Typische Einsatzbereiche: Pharmazeutische Verpackungslinien, Qualitätskontrolle bei der Abfüllung, Verwechslungsschutz zwischen ähnlichen Produkten.

    Anforderungen an den Druck: Sehr tolerant. Schmale Striche repräsentieren „1", breite Striche „2". Keine Lücken-Kodierung.

    Nicht am POS

    Pharmacodes werden niemals an der Kasse gescannt – sie dienen ausschließlich der internen Fertigungskontrolle. Die Produktidentifikation erfolgt über PZN (Pharmazentralnummer) oder GTIN.

    Postalische Barcodes

    Postdienste weltweit nutzen eigene Barcode-Formate für die automatische Sortierung. Diese Codes bestehen oft aus Strichen unterschiedlicher Höhe (Height-Modulated Barcodes) statt unterschiedlicher Breite.

    Wichtige Formate:

  • POSTNET: US Postal Service (5 Höhen)
  • Intelligent Mail: Neuer US-Standard (ersetzt POSTNET)
  • Royal Mail 4-State: Britische Post
  • Australian Post: Australien
  • Deutsche Post Identcode/Leitcode: Deutsche Pakete
  • Typische Einsatzbereiche: Briefsortieranlagen, Pakettrackverfolgung, Sendungsverfolgung, Zustellprozess-Optimierung.

    Anforderungen an den Druck: Postalische Barcodes werden oft direkt auf Briefe gedruckt, daher ist Fluoreszenz-Tinte üblich. Höhengenauigkeit ist kritischer als Breite.

    Automatische Sortierung

    Dank postalischer Barcodes können Sortieranlagen bis zu 40.000 Briefe pro Stunde verarbeiten. Die Codes werden entweder vom Absender aufgebracht oder maschinell ergänzt.

    Zweidimensionale Barcodes (2D)

    2D-Codes speichern Daten in der Fläche statt nur in einer Linie. Sie bieten höhere Kapazitäten und eingebaute Fehlerkorrektur.

    QR-Code (Quick Response)

    Der QR-Code ist der bekannteste 2D-Code weltweit. Entwickelt 1994 von Denso Wave für die Automobilindustrie, ist er heute allgegenwärtig – von Werbung bis Zahlungssysteme. Seine charakteristischen drei Positions-Marker in den Ecken ermöglichen schnelles Auffinden und Ausrichten.

    Kapazität: Bis zu 7.089 numerische Zeichen, 4.296 alphanumerische Zeichen oder 2.953 Bytes. Unterstützt auch Kanji/Kana-Zeichen.

    Fehlerkorrektur-Level:

  • L (Low): ~7 % Wiederherstellung
  • M (Medium): ~15 % Wiederherstellung
  • Q (Quartile): ~25 % Wiederherstellung
  • H (High): ~30 % Wiederherstellung
  • Typische Einsatzbereiche: Website-Links, Visitenkarten (vCard), Ticketing, Mobile Payment (PayPal, Alipay), Corona-Impfzertifikate, Speisekarten, Produktinformationen.

    Anforderungen an den Druck: Modulgröße mindestens 0,25 mm. Hoher Kontrast erforderlich. Quiet Zone: 4 Module breit. Logos in der Mitte möglich bei höherer Fehlerkorrektur (H).

    Micro QR-Code

    Für sehr kleine Anwendungen existiert der Micro QR-Code. Er hat nur einen Positions-Marker und kann bis zu 35 numerische Zeichen speichern. Ideal für Elektronikkomponenten.

    DataMatrix

    DataMatrix ist ein sehr kompakter 2D-Code mit charakteristischem L-förmigem Finder-Muster. Er ist besonders für kleine Kennzeichnungen geeignet und kann bei gleichem Platzbedarf mehr Daten speichern als QR-Codes.

    Kapazität: Bis zu 3.116 numerische oder 2.335 alphanumerische Zeichen. Die quadratischen Formate reichen von 10×10 bis 144×144 Module.

    GS1 DataMatrix: Mit Application Identifiers für strukturierte Daten wie GTIN, Seriennummer, MHD – der Standard in der Pharmaindustrie.

    Typische Einsatzbereiche: Elektronische Bauteile (Direct Part Marking), Medizinprodukte, Pharma-Verpackungen (EU-Fälschungsschutzrichtlinie), Automobilindustrie, Werkzeug-Kennzeichnung, Raumfahrt.

    Anforderungen an den Druck: Kann extrem klein gedruckt werden – teilweise nur 2-3 mm Kantenlänge. Lasergravur, Nadelprägung und Ätzung möglich. Fehlerkorrektur nach Reed-Solomon-Algorithmus bis 30 %.

    UDI-Pflicht

    In der EU und den USA ist DataMatrix der vorgeschriebene Code für die Unique Device Identification (UDI) von Medizinprodukten. Jedes Implantat, jedes OP-Instrument muss damit gekennzeichnet sein.

    PDF417

    PDF417 ist ein gestapelter (stacked) Barcode – mehrere lineare Zeilen übereinander. Der Name bedeutet „Portable Data File“ mit 17 Modulen pro Codewort (4 Striche und 4 Lücken).

    Kapazität: Bis zu 1.850 alphanumerische Zeichen oder 2.710 numerische Zeichen. Kann auch binäre Daten wie Bilder speichern.

    Besonderheit: „Macro PDF417″ ermöglicht die Verknüpfung mehrerer Codes für noch größere Datenmengen.

    Typische Einsatzbereiche: Ausweisdokumente (Führerschein USA, Personalausweis vieler Länder), Flugtickets (IATA-Bordkarten), Versandetiketten, Gefahrgutdokumentation.

    Anforderungen an den Druck: Höhe skalierbar. Mindesthöhe pro Zeile: 3× Modulbreite. Die gestapelte Struktur ist auch mit 1D-Laserscannern zeilenweise lesbar.

    Führerschein

    In den USA und Kanada enthält der PDF417 auf der Führerschein-Rückseite alle Daten inklusive Foto. In Deutschland nutzt der neue Kartenführerschein seit 2021 ebenfalls einen 2D-Code.

    Aztec Code

    Der Aztec Code zeichnet sich durch sein markantes Bullseye-Muster in der Mitte aus – konzentrische Quadrate, die an aztekische Pyramiden erinnern. Er benötigt keine Quiet Zone und ist dadurch besonders platzsparend.

    Kapazität: Bis zu 3.832 numerische oder 3.067 alphanumerische Zeichen. 32 verschiedene Größen von 15×15 bis 151×151 Module.

    Vorteile: Keine Quiet Zone nötig, kompakter als QR bei kleinen Datenmengen, robust gegen partielle Beschädigung.

    Typische Einsatzbereiche: Bahntickets (Deutsche Bahn, Schweizer Bahnen, Eurostar), Flugtickets, mobile Tickets, Online-Banking-Verifikation.

    Anforderungen an den Druck: Keine Quiet Zone erforderlich, daher ideal wenn Platz knapp ist. Fehlerkorrektur von 5 % bis 95 % wählbar.

    Bahn-Tickets

    Die Deutsche Bahn, ÖBB und SBB verwenden Aztec Codes auf mobilen und ausgedruckten Fahrkarten. Der Code enthält alle Buchungsdaten kryptografisch gesichert.

    MaxiCode

    MaxiCode ist ein 2D-Code mit charakteristischem hexagonalen Muster und zentralem Bullseye aus drei konzentrischen Ringen. Er wurde von UPS entwickelt und ist speziell für die Hochgeschwindigkeits-Sortierung optimiert.

    Aufbau: Feste Größe von 1 Zoll × 1 Zoll (25,4 mm). Besteht aus 866 hexagonalen Modulen in einem Raster von 33 Reihen.

    Kapazität: 93 alphanumerische Zeichen im Primärfeld, etwa 47 Zeichen im Sekundärfeld. Maximal rund 140 Zeichen insgesamt.

    Typische Einsatzbereiche: UPS-Paketdienst (weltweit), andere Expressdienste, Hochgeschwindigkeits-Sortieranlagen, internationale Pakete.

    Anforderungen an den Druck: Feste Größe, keine Skalierung möglich. Druckauflösung mindestens 300 dpi. Fehlerkorrektur ermöglicht Lesbarkeit bei bis zu 25 % Beschädigung.

    UPS-Patent

    MaxiCode wurde 1992 von UPS patentiert und ist heute ein ISO-Standard (ISO 16023). Jedes UPS-Paket trägt einen MaxiCode, der in Sekundenbruchteilen von Sortieranlagen gelesen wird.

    Han Xin Code

    Der Han Xin Code ist ein chinesischer 2D-Barcode-Standard, der speziell für die Darstellung chinesischer Schriftzeichen optimiert wurde. Er ist nach einem berühmten chinesischen General benannt.

    Besonderheit: Neben alphanumerischen Daten kann Han Xin chinesische Zeichen (GB 18030) besonders effizient kodieren – doppelt so platzsparend wie QR-Code für chinesischen Text.

    Kapazität: Bis zu 7.827 numerische Zeichen, 4.350 alphanumerische Zeichen oder 3.261 chinesische Schriftzeichen.

    Typische Einsatzbereiche: Chinesische Verwaltungsdokumente, chinesische Postsendungen, Produktkennzeichnung in China, Regierungsanwendungen.

    Anforderungen an den Druck: 23 verschiedene Größen von Version 1 bis 84. Fehlerkorrektur auf 4 Levels. Quiet Zone: 1 Modul.

    Nationaler Standard

    Han Xin Code ist seit 2007 ein nationaler Standard in China (GB/T 21049) und seit 2016 ein ISO-Standard (ISO/IEC 20830). Er wird zunehmend in chinesischen Behörden und Unternehmen eingesetzt.

    DotCode

    DotCode wurde speziell für Hochgeschwindigkeits-Industriedrucker entwickelt, die Produkte während der Bewegung bedrucken. Er besteht aus einem Raster einzelner Punkte ohne feste Form.

    Besonderheit: Variable Größe und Form – der Code passt sich dem verfügbaren Platz an. Ideal für Inkjet-Drucker, die während der Produktion direkt auf Produkte drucken.

    Kapazität: Bis zu 450 alphanumerische Zeichen oder 900 numerische Zeichen. Unterstützt GS1 Application Identifiers.

    Typische Einsatzbereiche: Tabakprodukte (EU-Rückverfolgbarkeit), Pharma-Verpackungen, Getränkedosen, Lebensmittelverpackungen, High-Speed-Produktionslinien.

    Anforderungen an den Druck: Optimiert für CIJ-Drucker (Continuous Inkjet). Punkte statt Module – robuster bei hohen Druckgeschwindigkeiten und auf schwierigen Oberflächen.

    Tabakrichtlinie

    Die EU-Tabakrichtlinie (TPD) schreibt seit 2019 die Rückverfolgbarkeit jeder einzelnen Zigarettenschachtel vor. DotCode ist eines der zugelassenen Formate für diese Kennzeichnung.

    JAB Code (Just Another Barcode)

    JAB Code ist ein farbiger 2D-Barcode, der vom Fraunhofer-Institut entwickelt wurde. Er nutzt bis zu 8 Farben und kann dadurch deutlich mehr Daten auf gleichem Raum speichern als Schwarz-Weiß-Codes.

    Farbpalette: Standard 8 Farben (Cyan, Magenta, Yellow, Black, White, Red, Green, Blue). Jede Zelle kodiert 3 Bit statt 1 Bit.

    Kapazität: Etwa dreimal so viel Daten wie ein vergleichbarer QR-Code. Mehrere primäre und sekundäre Symbole können verknüpft werden.

    Typische Einsatzbereiche: Ausweisdokumente mit hohem Datenbedarf, Zertifikate, medizinische Dokumente, überall wo Farbdruck verfügbar ist und Platz knapp.

    Anforderungen an den Druck: Hochwertiger Farbdruck erforderlich. Kamera-Scanner mit Farbunterscheidung nötig. Robust gegen Farbverschiebungen durch adaptive Dekodierung.

    Made in Germany

    JAB Code wurde vom Fraunhofer SIT entwickelt und ist Open Source. Er soll in Zukunft auf deutschen Ausweisdokumenten eingesetzt werden, um biometrische Daten platzsparend zu speichern.

    Semacode

    Semacode ist ein Markenname für DataMatrix-Codes, die speziell für mobile Anwendungen optimiert sind. Die Firma Semacode Corp. prägte den Begriff für die Nutzung von 2D-Codes mit Handy-Kameras.

    Technisch: Identisch mit DataMatrix ECC 200, aber mit Fokus auf URL-Verknüpfungen und Mobile Tagging.

    Typische Einsatzbereiche: Ähnlich wie QR-Codes – Web-Links, Visitenkarten, Plakate, Printmedien.

    Historische Bedeutung: Semacode war Vorreiter des Mobile Tagging, bevor QR-Codes populär wurden. Heute hat der QR-Code die Semacode-Nutzung weitgehend abgelöst.

    Mobile Tagging Pionier

    Semacode war zwischen 2005 und 2010 populär, verlor aber gegen den QR-Code, der durch Smartphone-Kameras einfacher zu nutzen war und eine größere Kapazität bot.

    Welcher Barcode für welchen Zweck?

    AnwendungEmpfohlener CodeAlternative
    Einzelhandel (Kasse)EAN-13 / UPC-AGS1 DataBar
    Logistik / VersandGS1-128Code 128
    UmverpackungenITF-14GS1-128
    MedizinprodukteGS1 DataMatrixGS1-128
    Pharma / ArzneimittelDataMatrixGS1-128
    Marketing / MobileQR-CodeDataMatrix
    Tickets / FahrkartenAztec CodeQR-Code / PDF417
    AusweisdokumentePDF417QR-Code
    Elektronik (DPM)DataMatrixQR-Code (Micro)
    PaketdiensteMaxiCode (UPS)Code 128
    Industrie internCode 39 / Code 128DataMatrix
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