Wo Barcodes in der Praxis eingesetzt werden, welche konkreten Vorteile sie bringen und wie der Einstieg gelingt.
Barcodes begegnen uns täglich – auf Produkten im Supermarkt, auf Paketen oder auf Eintrittskarten. Doch ihr Einsatzgebiet reicht weit über den Einzelhandel hinaus. In Produktion und Logistik sind sie unverzichtbar für die Rückverfolgbarkeit, im Gesundheitswesen sichern sie die Patientensicherheit.
Die Anforderungen an den Barcodedruck unterscheiden sich je nach Branche erheblich. Ein Versandetikett muss nur wenige Tage halten, ein Typenschild auf einer Maschine dagegen jahrzehntelang lesbar bleiben. Die richtige Wahl von Code-Typ, Material und Druckverfahren entscheidet über den Erfolg.
Versandetiketten: Enthalten neben der Empfängeradresse meist einen Code 128 oder 2D-Code mit Sendungsnummer, Gewicht und Routing-Informationen.
Palettenauszeichnung: Der SSCC (Serial Shipping Container Code) im GS1-128-Format identifiziert logistische Einheiten eindeutig.
Lagerkennzeichnung: Regalplätze und Lagerzonen werden mit Barcodes versehen, um Einlagerung und Kommissionierung zu beschleunigen.
Anforderungen: Etiketten müssen dem Transport standhalten – Feuchtigkeit, Abrieb und Temperaturschwankungen sind häufige Herausforderungen.
Bauteilkennzeichnung: Seriennummern und Chargennummern werden direkt auf Komponenten oder deren Verpackung aufgebracht. Bei kleinen Teilen kommen oft DataMatrix-Codes zum Einsatz.
Prozesssteuerung: Scanner an Fertigungslinien erfassen, welches Teil gerade bearbeitet wird, und steuern die nachfolgenden Arbeitsschritte.
Qualitätssicherung: Die Dokumentation von Prüfschritten erfolgt durch Scannen der Bauteilcodes.
Anforderungen: Typenschilder müssen oft chemikalienbeständig, hitzebeständig und abriebfest sein – hier kommen Harz-Ribbons und Spezialfolien zum Einsatz.
Point of Sale: Kassensysteme lesen den EAN-Code und rufen den Preis aus der Datenbank ab. Gleichzeitig wird der Bestand aktualisiert.
Preisauszeichnung: Etiketten mit Preis und Barcode werden im Geschäft gedruckt – für Obst, Fleisch oder andere offene Ware.
Inventur: Mobile Scanner erfassen alle Produkte im Regal und gleichen den Bestand mit dem Warenwirtschaftssystem ab.
Anforderungen: Gute Lesbarkeit auch bei unterschiedlichen Verpackungsmaterialien und Rundungen.
Patientenidentifikation: Armbänder mit Barcode oder 2D-Code stellen sicher, dass Medikamente, Blutkonserven oder Laborproben dem richtigen Patienten zugeordnet werden.
Arzneimittelkennzeichnung: Jede Medikamentenpackung trägt einen DataMatrix-Code mit Seriennummer, Charge und Verfallsdatum – Teil des Fälschungsschutzsystems.
Medizinprodukte: Die UDI-Pflicht verlangt, dass alle Medizinprodukte eindeutig gekennzeichnet sind – von der Hüftprothese bis zum Katheter.
Anforderungen: Beständigkeit gegen Desinfektionsmittel, Sterilisation und Feuchtigkeit. Oft sind spezielle Materialien erforderlich.
Bibliotheken & Archive: Bücher und Medien erhalten Barcodes für Ausleihe und Rückgabe. Selbstverbuchungssysteme beschleunigen den Vorgang.
Ticketing & Events: Eintrittskarten tragen QR-Codes oder Barcodes, die am Eingang gescannt werden. Fälschungen werden erkannt.
Dokumentenverwaltung: Akten und Dokumente werden mit Barcodes versehen, um sie schnell wiederzufinden und zu digitalisieren.
Vermietung & Verleih: Werkzeuge, Fahrzeuge oder Equipment werden gekennzeichnet, um die Rückgabe zu überwachen.
Zugangskontrolle: Mitarbeiterausweise mit Barcode ermöglichen den Zutritt zu gesicherten Bereichen.
1. Bedarf analysieren: Was soll gekennzeichnet werden? Wie viele Etiketten pro Tag? Welche Umgebungsbedingungen herrschen? Diese Fragen bestimmen die Anforderungen.
2. Code-Typ wählen: Für den Handel benötigen Sie EAN/GTIN-Nummern. Für interne Zwecke können Sie eigene Nummernkreise definieren und Code 128 oder QR-Codes verwenden.
3. Hardware beschaffen: Ein Etikettendrucker ab ca. 300€ und ein Handscanner ab ca. 50€ reichen für den Einstieg. Viele Systeme sind sofort einsatzbereit.
4. Software einrichten: Etikettensoftware ist oft im Lieferumfang enthalten. Die Anbindung an Warenwirtschaft oder Excel ist in der Regel unkompliziert.
Ein mittelständischer Online-Shop setzt Thermodrucker für Versandetiketten und Pick-Listen ein. Die Kommissionierung erfolgt per Handscanner, Fehler bei Sendungen sanken um 85%.
Ein Zulieferer kennzeichnet jedes Bauteil mit DataMatrix-Code. Bei Qualitätsproblemen lässt sich die betroffene Charge in Minuten identifizieren – früher dauerte das Tage.
Ein Baumaschinenverleih versieht alle Geräte mit Barcode-Etiketten. Ausgabe und Rückgabe werden gescannt, Schwund und "verlorene" Werkzeuge reduzierten sich um 70%.
Eine Laborpraxis druckt Barcode-Etiketten für Blutproben direkt bei der Entnahme. Verwechslungen wurden eliminiert, die Dokumentation erfolgt lückenlos.
Fachportal für Informationen rund um Barcodetypen, Druckverfahren, Materialien und typische Fehlerquellen beim Barcodedruck.